Barcamps und Vorstellungsrunden

Silke Berz regt in ihrem Blog eine Diskussion zur Sinnhaftigkeit von Vorstellungsrunden bei Barcamps an. Das ist toll, denn Feedback brauchen wir. Wir haben wochenlang geplant, gebaut, geschrieben, telefoniert und organisiert, da ist es immer gut, den Blick von außen zu reflektieren.

Als Orga-Mitglied habe ich eine private Meinung und die sieht aus wie folgt.

Folgende Rechnung haben wir im Vorfeld aufgemacht: 300 Teilnehmer x 30 Sekunden (optimistische Rechnung) = 150 Minuten = 2,5h Vorstellung (und angemeldet waren 330!). Zusammen mit einer etwa 1,5-stündigen Begrüßung und Sessionplanung hätten wir also 4 wertvolle Stunden des Samstags verloren. Das war der Grund, warum wir uns für mehr Sessions und gegen eine Vorstellungsrunde entschieden haben. Ich bin mir sehr sicher, dass es aufgrund der langen Dauer im Anschluss Stimmen dagegen gegeben hätte, wenn wir die Runde durchgeführt hätten. Das ist natürlich kein Grund im Nachgang seine Meinung nicht zu sagen.

Fairerweise sollte man sagen, dass es auch Menschen gab, die bereits die Sessionplanung zu früh fanden. ;) Man muss leider fast immer einen Tod sterben und der Tag hat nur 24 Stunden. Wir fanden die Sessions so wichtig (gerade auch durch die große Resonanz auf das Sessionradar), dass wir auf das Kommunikationsvermögen der Teilnehmer vertraut haben. Vernetzung war uns aber nicht minder wichtig. Deshalb haben wir die Pausen für die Raumwechsel sehr großzügig gehalten und auch sehr darauf geachtet, dass die Sessionzeiten eingehalten wurden. Das ist im Sinne der nachfolgenden Session nur fair. Zudem wollten wir auch bei zwei Partyveranstaltungen bleiben, um Raum für’s Kennenlernen zu geben – auch wenn das um einiges mehr Aufwand bedeutet hat. Der Zuspruch an beiden Abenden hätte allerdings aus meiner Sicht ruhig etwas höher sein dürfen, was mir zeigt, dass der Bedarf an Austausch nicht völlig unbefriedigt blieb.

Was das Verabreden und Sprechen betrifft ein Vorschlag: Twitter, E-Mail, etc. nutzen. Das geht doch sonst auch. Ich habe mit allen gesprochen, mit denen ich sprechen wollte – und noch mit vielen mehr…

 

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Über Thomas Klose

Thomas Klose ist Creative Director der NIDAG sowie Dozent für Interface Design und UX an der Hochschule RheinMain. Er beschäftigt sich vor allem mit Interfaces, Strategischer Nutzerzentrierung und User Experience. Über diese Themen spricht er in seinen Vorträgen und schreibt in seinem Blog The Humanized Interface.

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